stories:uff_k2

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stories:uff_k2 [2019/12/04 02:00] (aktuell)
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 +====== Uffenheimer-Krimi : Jetzt erst recht (II) ======
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 +Typisches Wetter wiedermal. Uffenheim liegt zwar gar lieblich im Gollauchgau,​ doch immer wenn das Verbrechen sein scheussliches Haupt erhebt : Dunklle tiefhängende Wolken und ein böiger, fast stürmischer Wind und die Gollach wird zum rauschenden,​ tosenden Wildbach. Es lag was in der Luft und das Wetter paßte dazu.  Wieder einmal von innerer Unruhe getrieben (aber eigentlich weil ihm die Zigaretten ausgegangen waren), tigerte Rather Short, der einzige Uffenheimer Privatdetektiv,​ ein ums andere mal durch die verwinkelten,​ engen und unübersichtlichen Gassen der Innenstadt.
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 +Nein, die Zigaretten waren es nicht (nur); heute morgen hatte ihn ein grobschlächtig wirkender Kerl aufgesucht. Nach umständlichem Wortgeschraube hatte er letztendlich herausgerückt,​ dass es um einen Beweis der Untreue ging. Nicht sowas "​normales",​ wie eine untreue Frau, oder ein untreuer Mann, sondern um den untreuen **Wallmersbacher Wiesenhabicht**. ​ So ganz hatte Rather die seltsame Argumentaton nicht durchblickt,​ aber irgendwer hatte den Wallmersbacher Wiesenhabicht auf Nicht-Wallmersbacher Waldvogel umgeschult und jetzt war ein Teil der Argumente gegen den Wallmersbacher Wind-Park weg. Was bedeutete, das künftig mehrere hundert Windräder auch die Gollachmetropole nach Westen zu abschirmen würden. ​ Es gibt ja Mäusedetektive und auch Ace Ventura war irgendwas mit Detektiv und Tieren, aber in Uffenheim wähnte sich Rather Short einigermaßen sicher vor solchem Unsinn. Rather befürchtete nur, dass er angesichts seiner Kassenlage eigentlich gar keine Wahl hatte, und deshalb in wenigen Stunden zusagen müßte. "​Wallmersbacher Wiesenhabicht ! Phh!".
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 +Aber, da Rather das nicht wollte, ging er an die C.-v.-B.-Schule zu den Bio-Lehrern,​ denn er dachte, dass sie ihm vielleicht helfen könnten. Also machte er sich auf den Weg und als er ankam ging er zuerst zu Herr Roland Quebli, der machte mal wieder mit ein paar etwas schmächtigeren seiner Schüler eine Wett-Diät um einen Lehrerkalender des Jahres 1998, weshalb er keine Zeit hatte. Daraufhin ging er zu Frau Mertina, der Frau, die auch schon bei den Müllbeseitigerern gearbeitet hat, die musste aber wiedermal ein paar Arbeitsblätter kopieren, damit die Schüler sich den Unterricht selbst erschließen konten. Als auch damit nichts war, ging Rather zu Herrn Reitter, der aber an seinem Oberlippenbart die Härchen zurecht zupfen musste, weshalb auch er keine Zeit hatte sich den Projekt Wallmersbacher Wiesnhabicht zu wittmen. Somit war Rather wieder ganz alleine auf seiner Jagd nach den Zigaretten und den Windparkbauern.
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 +Short schlug den Trenchcoat-Kragen hoch als er die CvB frustriert verlies. In einer Art Geistesblitz bestach er einen der -trotz Regen- fröhlich Fußballspielnden 5-klässler,​ ihm aus der Schülerbibliothek ein Werk zur Ornithologie des Gollachgaus zu besorgen und machte sich dann übelgelaunt auf den Weg ins Büro. So, unterwegs Zigaretten gekauft (in Uffenheim langsam eine Kunst), in den Schreibtischsessel geflezt und einen kräftigen Schluck besten schottischen Whiskeys eingeschenk (wenn man am Essen spart,muss man nicht auch noch beim Sa**** sparen gesternt um kein allzu schlechtes Vorbild zu liefern). Mal schauen was die Ornithologen vom Wallmersbacher Wiesenhabicht wissen. ​ Ein ganz normaler Vogel, fand Rather Short, wie ein Habicht halt so ausschaut, bis auf den knallroten Schnabel. Short las interessiert,​ dass der Wiesenhabicht deshalb so selten wäre, weil er als einziger Greifvogel auf Lauerjäger umgestellt hat. Stundenlang bewegungslos in der Wiese sitzend, täuscht er mit seinem Schabel Klatschmohn vor und ernährt sich so ohne große Mühe von mohnsüchtigen Feldmäusen.
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 +"​...und was sollte der Wallmersbacher Wiesenhabicht gegen Windräder haben ?" fragte sich Rather, als er sinnend und am Whiskey nippend zum Fester raus schaute. "Ich muss mal die Tür ent-ölen !" war der nicht ganz logisch darauffolgende Gedanke. Rather Short roch die Anwesenheit einer Person noch bevor er sie sah oder hörte. Das war nicht dem hervorragenden Riechorgan von Rather geschuldet, sondern der wabernden Chanel-No-5-Wolke,​ die ebenso atemberaubend war, wie der Anblick, der sich Rather bot als er in seinem Drehstuhl cool herumschwenkte. ​ "Sind sie der Detektiv Short ?" "Zu tief", dachte Rather und bezog das sowohl auf die Stimme, als auch auf den Ausschnitt des Kleides. Laut sagte er :"​Rather Short mein Name. Man sagt, dass ich gut im Finden bin." "Wie kann man in solchen Schuhen so leise gehen ?" fragte sich Rather, als die Frau sich mit einem leisen Knistern in den Besuchersessel setzte. ​ "Wie kann ich Ihnen helfen ? Sie wissen, dass es nicht billig ist, den besten Detektiv in Uffenheim anzuheuern. Mein Tagessatz sind 500 € plus Spesen."​ pokerte Rather, denn die Frau sah halbwegs nach Geld aus und wenn das Parfüm tatsächlich "​Chanel no 5" war, dann hatte sie mindestens den Wert eines Kleinwagens um sich wehen. ​ "​Nun",​ begann die Schöne …
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 +"Geld spielt keine Rolle",​ zog eine ewig lange, diamantenbesetzte Gold-Zigarettenspitze aus dem Gucci-Täschchen,​ und zündete eine Zigarette an. Rather bemerkte, dass das Ding zwar qualmte, die Diva auch am Perlmutt-Mundstück zog, aber nicht rauchte. "​Ähh..,​ Sie rauchen?"​ Für einen Detektiv eigentlich eine dumme Bemerkung, aber in diesem Fall... "Oh nein! Rauchen ist ungesund! Aber es sieht so cool aus, deshalb habe ich mir diese Selbstrauch-Zigarettenspitze bei Tiffanys maßschneidern lassen. Aber wissen Sie,  ich vermisse meinen Purzl"​. Sie nestelte mit diesen Worten erneut am Täschchen und kramte ein Spitzentaschentüchlein hervor, um sich die Tränen der Erschütterung aus den Augenwinkeln zu tupfen. "​Aha!"​ sagte Short etwas unangenehm berührt von der Show, "..und wer oder was ist denn Purzel und seit wann vermissen Sie ihn?" "Oh, Purzelchen ist mein Mann. Der baut in Wallbach die Windräder und ich vermisse ihn so sehr". "Ich glaube der Ort heißt Wallmersbach"​ sagte Short, "Ist ja gut, wir finden ihn bestimmt, aber seit wann vermissen Sie ihn denn? Wann haben sie ihn das letzte Mal gesehen?" ​ "Heute morgen beim Frühstück. Meine Zigaretten waren ausgegangen und Purzel wollte mir nur schnell welche holen"​. "​Wieder so einer, der nur mal schnell...",​ dachte Short. Laut sagte er :"​Geben Sie mir ein Foto und den vollen Namen von Purzelchen, dann haben Sie ihn binnen 48 Stunden wieder"​. ​ Das Foto zeigte einen fülligen Mann mit Glatze und schaute doof aus, der volle Name lautete Willibald Glotzoeder, dann doch lieber Purzelchen und die 48 Stunden hatte Short schon bereut, da waren sie noch nicht mal ausgesprochen. ​ Kurze Zeit darauf stand Short in der Uffenheimer Innenstadt ​ und versuchte eines der vorüberfahrenden Taxis zu stoppen (mit Whiskey im Blut fährt sich nicht gut). Ein Vorhaben, dass sich erfahrungsgemäß in die Länge ziehen konnte, da in der Innenstadt nicht sooooo viele Taxis herumfuhren,​ was ihm aber die Gelegenheit gab, die Nase aus der Parümwolke zu bringen, die noch im Büro hing.  Ein harter Gegenstand bohrte sich plötzlich in seinen Rücken und eine stimme flüsterte in sein Ohr "So, Raser Schord, des is a Waffn! Etz steigst unauffällich in des Audo do und dann fohr mer amol nach Wallmerschbach"​. Ungewöhnlich zwar, aber zweifellos billiger als ein Taxi. Nach Wallmersbach wollte Short immer schon mal. Wiesenhabichtangucken!
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 +"mein Verlobter ist zur Zeit so komisch, ich möchte Sie damit beauftragen ihn zu observieren und alles andere, was ein so gut aussehender Detektiv wie Sie so macht. Ich zahle Ihnen alles,",​ sagte sie, wobei sie sich auf seinen Oberschenkel setzte. " was Sie von mir wollen!"​ Aber Rather, der alte Hase, stand auf, wobei er sie etwas unsanft von sich wegstieß, und sagte: "Ich weis Ihre Offenheit zu schätzen, Frau ..., wie sagten Sie heißen Sie?" Sie antwortete, dass sie Schweis heise. "Also gut, Frau Schweis, wie gesagt, ich weis Ihre Offenheit zu schätzen, abermir wäre Bares doch lieber."​ Sie antwortete leichtsäurlich auf diesen Korb: "​Nagut,​ hier haben sie 10.000 € machen Sie was Sie tun müssen. ​  Das tat Rather auch und ging auf die suche nach Herrn Schweis, der sich in einer Wallmersbacher Kneipe aufhielt und begann Ihn zu observieren,​ wie er es in der Detektivschule gelernt hatte. Doch plötzlich stand Herr Schweis, der, wie Rather schon herausgefunden hatte, Axel mit Vornamen hies, weshalb Rather ihm folgte. ​ Nach einigem Hin- und Hergefahre, blieb Schweis stehen und Rather sieht am anderen Straßenende eine Person, mit einem schwarzen Trenchcoat stehen, Schweis ging zu ihm und plötzlich ......
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 +**Editiert : Da diese Fortsetzung nicht ganz nahtlos ist, steht der nächste Schreiber vor der Wahl, welche der Alternative er fortschreibt.**
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 +"Die homm diech kafft, hä", sagte die Stimme vom Rücksitz aus, nachdem der noch recht Jugendliche Fahrer losgefahren war. "Der Glotzoeder kafft alle! Sugor die, die sunst grün senn!" Der Versuch sich umzudrehen und ein Bild vom Sprecher zu machen, bescherte Rathers Nase den Kontakt mit einem ....ganz normalen 18er-Nussschlüssel. Nun, auch die Waffen in Uffenheim sind manchmal etwas anders, als die in New York.  "Haben sie den Glatzoeder entführt?";​ der direkte Weg ist manchmal der schnellste. Und tatsächlich : "Naa, mir worn's nit, ober uns werd mer's in die Schuh schiebm"​. Auf der Fahrt nach Wallmersbach erfuhr Short noch, dass die beiden Burschen (Brüder übrigens) praktisch die Greenpeace-Ortsgruppe von Wallmerbach bildete und für unkonventionelle Maßnahmen immer gut waren. Der Pressecoup mit dem wallmersbacher Wiesenhabicht mit Berichten in 3 verschiedenen Privatsendern,​ ging z.B. auf ihr Konto. Sie waren überzeugt, dass Purzelchen die Windräder nicht aus ökologischen Gründen installierte,​ sondern um Fördermittel im mehrstelligen Millionenbereich "​oozugreifn"​. Angeblich gab es Beispiele aus Nordhessen, wo Purzelchen 120 bessere Attrappen aufgestellt hatte und die so gut wie nie liefen. Sie hielten schließlich an einem Waldrand, wo Rather Short dann auch einen leibhaftigen Wallmersbacher Wiesenhabicht zu Gesicht bekam.…
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 +Die Schönheit überwältigte Rather, aber nicht die der jungen Frau, die am andern Ende des Waldes stand, sondern die des Wiesenhabichts. Er wollte so etwas schönes unbedingt in seiner Fotosammlung haben, wo auch schon Bilder einer sehr schönen Nacht, wie Rather fand, verewigt sind.   Doch was sah er da? Da kamen schon ein Bagger und ein LKW, doch der LKW hatte keine Materialien,​ für ein Windkraftrad,​ sondern für ein Haus dabei, "was da wohl wieder vorgeht??"​ dachte Rather, denn er las jedes, aber noch so winzige Gemeindeblättchen (Anmerkung des Autors, da er sich da nicht genau auskennt: falls es ein solches gibt?) und da war sicherlich nichts von einem neuen Haus gestanden, was soll das nun, was tun?....
 +"​...und ? Was jetzt?"​ fragte Rather den Fahrer. "​Bass'​ auf. Mid uns red' die ned, des hommer scho amol in der Wallmersbacher Werdschafd brobierd. Mir homm uns dengt, du kennersd versugn rauszugrieng,​ wos die do vorhemm. Mir kümmern uns derwall drum, wo die ganzen Wiesenhabicht hie senn", war die Antwort. Auf den Einwand des besten Uffenheimer Detektivs, dass er schließlich entführt worden wäre, er das überhaupt nicht leiden könne und er ohne Geld noch nicht mal in die passende Richtung schauen, geschweige denn ermitteln würde, folgte ein flammeder Apell an seine Naturschützerinstinkte,​ eine Kurzbeschreibung des fast verschwundennen Wallmersbacher Wiesenhabichts Habitats und ein Lobpreis auf die Vielfalt der Natur und der Hinweis, dass Geld zwar die Nerven beruhige, jedoch nicht glücklich mache. Ein Blick auf den (letzten) hoffnungsvoll in der Wallmersbacher Wiese auf Ameisen lauernden Habicht und der Blick der hoffnungsvoll auf Antwort lauernden Ortsburschen und die Geldgier in Rather Short schmolz wie Butter in der Sonne. "Na gut, das sollte nicht zu schwierig sein. Ihr holt mich in zwei Stunden wiederhier ab!" ​ Wie ein Spaziergänger schlenderte Rather am Waldrand entlang auf die Baustelle zu. Die junge Frau mit der Kladde unterm Arm und dem gelben Helm auf dem Kopf schien das Ganze zu beaufsichtigen. Charme oder List ? "​List"​ entschied Rather. "Guten Tag, mein Name ist Schulz, ich komme vom Baureferat der Stadt Uffenheim"​ stellte sich Rather vor, " Könnte ich bitte mal die Baugenehmigung sehen?"​ (Sooo listig war das nun wieder nicht, aber nur das Ergebniss zählt). Das Objekt, das hier in Fertigbauweise errichtet wurde, war laut Plan ein Transformatorengebäude,​ mit Technik- und Aufenthaltsraum für das Wartungspersonal. Mit Obergeschoß! Und swimmingpool! Und 100 m² Wellness-Landschaft! Und 3(!) Schlafzimmern,​ jeweils mit Bad und Ankleideraum. 2 Küchen und ein 200m² Wohnzimmer. Der "​Technik"​-Raum war scheinbar die Besenkammer und ein relativ kleines Nebengebäude,​ das bereits auf dem Plan wie eine große Doppelgarage aussah, war als "​Aufenthaltsraum"​ bezeichnet. "​Vielen Dank, da ist ja scheinbar alles in Ordnung"​ verabschiedete sich Rather von der Frau, die scheinbar etwas mehr als einen kurzen Blick auf die Pläne erwartet hatte und schlenderte wieder am Waldrand zurück. "Wer genehmigt denn sowas??"​ fragte sich Rather.…
  
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  • von eljotadmin