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Neue Burgbernheimer Sagen (1)

Die paar Burgbernheimer Sagen, die es gibt, sind einesteils schon recht alt, anderesteils gibt es viele erklärungswürdige Sachen, die (noch) nicht durch das Wirken des Teufels erklärt wurden. Dem Zustand soll Abhilfe geschaffen werden; hier meine erste neue Burgbernheimer Sage.

Es geht um den Grillplatz im Gründlein.

Grillplatz im Gründlein-Sage

Vor langer Zeit, als die Züge noch lautlos am Waldrand der Frankenhöhe entlang fuhren, beschlossen die Burgbernheimer einen Zug-Ankündigungs-Service zu bieten, damit die Fahrgäste rechtzeitig Bescheid wüssten. Dazu wollten sie eine Zug-Such-Plattform bauen, die dann per App die Wartenden benachrichtigen könne.

Der GründleinsturmStatt diese Plattform einfach auf dem Schauberg zu bauen, wählte man eine verbesserte Kirchenburg-Variante: nicht nur am Berghang, sondern gleich im Talgrund sollte sie entstehen. Dafür musste man die Plattform ein wenig höher bauen, sonst könnte man die Züge nicht herannahen sehen. Also wurde letztlich der Gründleinsturm gebaut, was aber Dank der Zuschüsse aus dem Bayerischen-Talgrund-Intensivierungs-Programms und dem Kolibri-Schutz-Fonds der Regierung zumindest finanziell kein Problem war. Bei der Burgbernheimer Jugend wurde der Turm begeistert aufgenommen. Fast alle Dorf-Saufereien und andere Feste wurden an den Fuß des Turmes verlegt, da dort scheinbar die Akustik besonders gut war.





Gründleinsturm ist wegDem Teufel gefiel dieses Treiben mit übermäßigem Alkoholgenuss und anderen Keuschheitsüberschreitungen gar wohl, aber da er sich sonst gern im Gründlein von seiner höllischen Arbeit erholte, ärgerte ihn andererseits der Lärm bei den Feiern am Fuße des Turms gewaltig. Also beschloß er, für jede Stunde nach Mitternacht, in der die Lautstärke einer Party über 120 Dezibel liegt, den Turm um einen Stein kleiner zu machen.
In kürzester Zeit war der Gründleinsturm verschwunden.




Die Burgbernheimer mussten die Bahn bitten, die Züge doch mit Lautsprechern hörbar zu machen. Jahrhunderte wurde diesem Wunsch entsprochen, inzwischen ist man technisch so weit, dass die Züge sogar ohne Lautsprecher überall in Burgbernheim sehr gut wahrgenommen werden können. Der Gründleinsturm aber war trotz verschiedener Nachbauversuche (wenn es irgendwo Fördermittel gab) immernoch (schnell wieder) weg.

Wiederaufbau des GründleinturmsTeufelsabwehr am GründleinsturmDie katholische Jugend Burgbernheims -wer sonst- nahm den Kampf mit dem Teufel schliesslich auf und schaffte es, wenigstens die Grundmauern mit teufelsabweisendem Tand zu schützen.

 

 

 

 

Und so präsentiert sich der einst so stolze Turm heute den Gründleinsbesuchern als traurige Grundmauer-Ruine aus einer besseren Zeit.

Gründleinsturm heute

 
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